Der Diamant
Der Diamant ist der wohl berühmteste und beliebteste Edelstein überhaupt: Durch Filme wie „Diamantenfieber“ und Hits wie Marylin Monroes „diamonds are a girls best friend“ hat er einen Status als Superstar unter den Edelsteinen erhalten. Das beachtliche Feuer, die blendende Brillanz und das gleißende Funkeln machen den Diamant, den Geburtsstein des Aprils, zu einer atemberaubenden Schönheit.
Name
Der Begriff „Diamant“ leitet sich vom griechischen Wort „adamas“ ab, das so viel wie „unbesiegbar“ bedeutet.
Chemische Zusammensetzung des Diamanten
Kristalliner Kohlenstoff ist das einzige Element, aus dem der Diamant besteht. Aufgrund ihrer kompakten Atomstruktur können keine Spurenelemente, die bei anderen Edelsteinen die Färbung verursachen, in den Diamant eindringen.
Farbige Diamanten verdanken ihre Farbtöne dagegen Bor, Wasserstoff, Stickstoff oder Anomalien in ihrer Kristallstruktur (Farbzentren). Natürliche farbige Diamanten sind sehr selten, daher ist die große Mehrheit farbbehandelt.
Herkunft
Überlieferungen zufolge wurde der Diamant bereits seit dem Jahr 800 v. Chr. in der zunächst weltweit einzigen Quelle Indien abgebaut, erst 1725 entdeckte man Rohedelsteine auch in Brasilien. Neue Diamant-Quellen gibt es außerdem in Russland und Kanada. Gegenwärtig stammen etwa fünfundsechzig Prozent der Diamanten aus afrikanischen Ländern.
Dem Handel mit den sogenannten „Blutdiamanten“ (Diamanten, die – meist illegal – in einem Kriegsgebiet abgebaut und verkauft werden, um die Kämpfe zu finanzieren) wird durch staatliche Herkunftszertifikate entgegengetreten. Dieser durch die Vereinten Nationen angeregte „Kimberley-Prozess“ hat zum Ziel, den Handel mit Blutdiamanten durch ein staatliches Regulierungssystem, dem im Jahr 2000 mehr als vierzig Länder zustimmten, zu unterbinden. Nur die an diesem System teilnehmenden Länder dürfen Rohdiamanten exportieren, und zwar ausschließlich an andere Partnerländer.
Geschichte des Diamanten
Die meisten Diamanten sind zwischen 1 Milliarde und 3,3 Milliarden Jahren alt. Im Laufe der Zeit entstand eine Fülle an mythologischen und esoterischen Zuschreibungen: Die griechischen Philosophen glaubten, in Diamanten „lebten“ himmlische Geister; die Römer hielten Diamanten gar für die Tränen der Götter oder Splitter von auf die Erde gefallenen Sternen; während man im Hinduismus annahm, die Diamanten seien beim Aufeinandertreffen von Fels und Blitz entstanden. Nach jüdischer Überlieferung färbt sich ein Diamant, der auf eine schuldige Person gerichtet wird, dunkel, während sich die Brillanz eines auf einen Unschuldigen gerichteten Diamanten verstärkt. Vom Mittelalter bis zur Renaissance schrieb man diesen Edelsteinen eine Reihe esoterischer Wirkungen zu, welche die Mühen des Lebens erleichtern sollten. So verliehen sie angeblich Mut und Tapferkeit, Unbesiegbarkeit, Stärke und Tugend, verjagten Albträume und böse Geister, zähmten wilde Tiere, schützten das Haus vor Feuer und sollten sogar Geisteskranke beruhigen. Der beliebte Edelstein Diamant war zeitweilig nur begrenzt erhältlich, so erging durch Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270) der Erlass, Diamanten seien ausschließlich dem Königshaus vorbehalten. Ab dem 15. Jahrhundert erst fanden diese Edelsteine langsam den Weg zum einfachen Volk.
Charakteristika der Diamanten
Der Geburtsstein des Monats April zeichnet sich durch zahlreiche Eigenschaften aus: Der Diamant ist dauerhaft (das härteste bekannte natürlich vorkommende Material überhaupt), er besitzt eine blendende Brillanz (Reflexion des weißen Lichts, die vom Schliff, der Farbe, Transparenz und Fluoreszenz beeinflusst wird), ein fantastisches Feuer (die Fähigkeit, Licht in seine Spektralfarben zu zerlegen), ein gleißendes Funkeln (Spiel des Lichts) und ist nicht zuletzt unglaublich selten – denn achtzig Prozent aller abgebauten Diamanten eignen sich lediglich für industrielle Anwendungen.
Aufgrund seiner speziellen Winkel und Proportionen kommen das Feuer, die Brillanz und das Funkeln eines Diamanten im Brillantschliff am besten zur Geltung. Dieser Schliff wird zwar auch für andere Edelsteine verwendet, wurde aber speziell für Diamanten entwickelt, um dessen Eigenschaften besonders betonen zu können. Die Standardanzahl an Facetten liegt bei 57 (oder 58, wenn man die Kalette mitzählt). Für die Entwicklung des Brillantschliffs zeichnen mehrere Personen verantwortlich, darunter Vincenzio Perruzzi (ein venezianischer Schleifer des 18. Jahrhunderts), Henry Morse (der im Jahr 1860 in Boston die erste Diamantschleiferei auf amerikanischem Boden eröffnete) und das russische Mathematikgenie Marcel Tolkowsky (der als Mitglied einer großen und mächtigen Diamantendynastie die erforderlichen Schnitte für den idealen Brillantschliff berechnete und in seinem 1919 veröffentlichten Buch „Diamond Design“ beschrieb).
Problematisch bei der Verarbeitung von Diamanten ist, dass der Edelsteinschleifer bestimmte Winkel verwenden muss, um die Merkmale des Diamanten miteinander in Einklang zu bringen, wobei Feuer und Brillanz die größten Schwierigkeiten bereiten: Beide zugleich in ihrer maximalen Wirkung herauszuarbeiten, ist schlichtweg unmöglich. Das Konzept des „idealen“ Schliffs für Diamanten ist letztlich nicht vollständig zu verwirklichen.
Diamant-Varietäten
Neben den bekannten farblosen Diamanten, die äußerst selten und dementsprechend teuer sind, gibt es auch farbige Exemplare (Fancy Diamonds), die beispielsweise gelb, blau, braun, rot oder auch schwarz sein können. Die Beurteilung der Farbe sowie der Reinheit eines Diamanten wurden durch die Farb- und Reinheitsskala des Gemmologischen Instituts von Amerika (GIA) vereinheitlicht.
Pflege des Diamanten
Der Diamant kann für gewöhnlich einer normalen Pflege sowie der Dampf- oder Ultraschallreinigung unterzogen werden.


