Kostenlose Hotline 0800 818 30 30

GeoTrust

Die Perle

Ein eleganter organischer Edelstein ist die Perle, der Geburtsstein des Monats Mai – ein beliebtes Accessoire, das schon seit langer Zeit zu wunderbaren Schmuckstücken verarbeitet wird.

Name

Der Begriff „Perle“ stammt vom lateinischen „perna“ („Schinken“) ab und bezieht sich auf die Form einiger Perlenmuscheln, ist aber erst seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich. Zuvor nannten die Engländer sie „union“ (vom Lateinischen „unio“, also „Einheit“ oder „eine einzelne große Perle“) oder bei ihrem griechischen und römischen Namen „margarita“. Teilweise wird „margarita“ mit „marine“ assoziiert; eine andere Erklärung dieser Benennung ist, dass es sich vom persischen „murwari“ ableitet, was „Kind des Lichts“ bedeutet und dazu passt, dass Perlen von jeher ein Symbol für Reinheit und Unschuld waren.

Chemische Zusammensetzung der Perle

Perlen entstehen durch eine Reaktion von Mollusken auf Infektionen: Dringt ein Reizstoff, beispielsweise ein Stückchen Koralle oder ein Parasit, in das weiche Gewebe der Mollusken ein, setzt ein natürlicher Abwehrmechanismus ein, der den Eindringling mit einer Mischung aus Kalziumkarbonat – im Englischen besser bekannt als „nacre“ (Perlmutt) – überzieht. Sich selbst überlassen und mit sehr viel Glück entsteht so möglicherweise eine marktreife Perle.

Herkunft

Perlen werden u.a. nach ihrer Herkunft unterschieden, dabei gibt es folgende Perlen-Haupttypen: Akoya-Perlen, Süßwasserzuchtperlen, Südsee-Perlen und Tahiti-Perlen. Die Verschmutzung ihres ursprünglichen Lebensraums im japanischen Meer hat dazu geführt, dass die Akoya-Perle heute auch in China, Tahiti und Vietnam gezüchtet wird. Süßwasserzuchtperlen stammen aus China und Japan, Südsee-Perlen werden in Australien, Indonesien und auf den Philippinen gezüchtet.

Geschichte der Perle

Über Jahrhunderte galt die Perle als einer der wertvollsten Edelsteine und als wirksames Mittel zur Demonstration von Macht, Prestige, sozialem Status und Reichtum. Vor über 2.000 Jahren, im alten Rom, waren Perlen das Wertvollste, was man mit Geld überhaupt kaufen konnte. Julius Caesar, römischer Heerführer, Diktator und Perlenliebhaber, zahlte einmal 60.000 Goldstücke für eine einzige Perle und setzte im ersten Jahrhundert v. Chr. ein Gesetz durch, das es den niederen Ständen verbot, Perlen zu tragen. Sogar Caesars misslungene Invasion Britanniens sollte den Römern den Zugang zu den begehrten britischen Flussperlen sichern. Im Goldenen Zeitalter der englischen Monarchie war auch Königin Elisabeth I. derart entzückt von Perlen, dass man sie die „Perlenkönigin“ nannte. Und auch in der Religionsgeschichte spiegelt sich diese historische Wertschätzung der Perle wider. Im Neuen Testament (Matthäus 13, 45-46) vergleicht Jesus das Königreich des Himmels mit einer „köstlichen Perle“; im Koran (35, 33) heißt es, das Königreich des Himmels habe „Gärten ewiger Glückseligkeit, und die sie betreten, werden darin geschmückt mit Armspangen aus Gold und Perlen“.

Eine bedeutende Wende trat ein, als im Jahre 1908 der japanische Nudelhersteller Kokichi Mikimoto die erste kommerzielle Perlenzucht eröffnete. Weniger professionelles Perlenzüchten wurde bereits seit dem fünften Jahrhundert in China betrieben, aber Mikimoto – auch als der „Perlenkönig“ bezeichnet – züchtete zuerst perfekt runde Perlen. Seit den 1960er Jahren sind Zuchtperlen zum Marktstandard geworden und sind nun eine erschwingliche Extravaganz.

Charakteristika der Perlen

Die meisten Perlen sind nicht rund, sondern entweder kugelförmig (perfekt rund oder fast perfekt rund), symmetrisch (gleichmäßig und ausgewogen oval oder tropfenförmig) oder barock (amorph und ungleichmäßig). Einmal aus ihrer Schale befreit, ist die schimmernde Schönheit tragfertig und muss keinem langwierigen Schleifprozess unterzogen werden.

Bei der Bewertung von Perlen ist die Herkunft entscheidend, denn Perlen aus verschiedenen Regionen unterscheiden sich in der Qualität und im Preis. Abgesehen vom Typ der Perle sind zudem Grundfarbe, Lichtdurchlässigkeit, Lüster, Oberflächenreinheit oder -textur, Größe, Form und Symmetrie, Orient bzw. Zwischenton (Nebenton) entscheidend.

Hinsichtlich der Grundfarbe der Perlenkörper gibt es eine nahezu unbegrenzte Bandbreite: Apricot (Gelblich-Orange), Schwarz, Blau, Bronze (Rötlich-Braun), Champagner (Rosa-Gelblich), Schokoladenbraun, Creme, Gold, Grün, Grau, Orange, Pfirsich (Rosa-Orange), Pflaume (Rötlich-Violett), Purpur, Rot, Violett, Weiß, Gelb und alle Farbtöne dazwischen. Der Orient oder Zwischenton ist die Nebenfarbe der Perle und zeichnet gemeinsam mit dem Lüster die edelsten Exemplare aus. Dieser Zwischenton lichtdurchlässiger Farben bewegt sich über die Grundfarbe des Perlenkörpers, er akzentuiert oder kontrastiert und verstärkt Tiefe und Glanz einer Perle. Der Begriff „Orient“ geht auf das lateinische „oriens“ zurück, was so viel wie „das Aufgehen der Sonne“ bedeutet – eine sehr zutreffende Bezeichnung, da dieser Effekt oft wie eine innere Sonne wirkt, die durch die leuchtende Dämmerung bricht. Dieser Eindruck entsteht, weil das Perlmutt in dünnen Schichten abgelagert wird, die das Licht in viele spektrale Farbschattierungen brechen. Während der Orient normalerweise einfarbig ist, sind die Anzahl der Farben, die letztendlich zu sehen sind, und ihre Intensität von der Spezies der Perle und dem Perlmutt abhängig. Auch der Lüster wird von der Dicke des Perlmutts beeinflusst, aber wie im Fall von Einschlüssen bei transparenten Edelsteinen ist darüber hinaus die Oberflächenbeschaffenheit der Perle von Bedeutung. Eine Perle mit einer glatten, seidigen Oberfläche reflektiert das Licht immer besser und gleichmäßiger als eine Perle mit ausgeprägten Fehlern.

Perlen-Varietäten

Akoya-Perlen („Pinctada fucata martensi“) sind nach dem japanischen Wort „akoya-gai“ für „Salzwasserperlenaustern“, das Mikimoto ursprünglich verwendet hat, benannt. Akoya-Perlen wachsen normalerweise acht Monate bis zwei Jahre lang und können mit bis zu fünf Kugel-Nuklei bestückt werden; üblich sind zwei. Akoya-Perlen sind im Durchmesser selten größer als neun Millimeter, durchschnittlich haben sie zwei bis sechs Millimeter Durchmesser. Ungefähr jede fünfte besetzte Akoya-Auster produziert Perlen, aber nur ein kleiner Bruchteil dieser Perlen besitzt die Qualität, um in Schmuckstücken verarbeitet zu werden.

Die Süßwasserzuchtperle: Es ist nicht von Bedeutung, ob wir sie „Venus“- oder „Miesmuschel“ nennen, die im Süßwasser lebende „Hyriopsis cuingii“ produziert Perlen in einer Fülle von erschwinglichen Farben und Formen. Durch Gewebe-Nukleierung können bis zu 50 Perlen in einer Venusmuschel produziert werden, was sie sehr wertvoll macht. Die Perlen sind wegen des festen Perlmutts sehr leuchtend und farbenfroh und meistens barockförmig. Chinesische Süßwasserzuchtperlen können auch mit Kugel-Nuklei bestückt werden, die dann Perlen mit einem Durchmesser von bis zu 14 Millimetern hervorbringen.

Südsee-Perlen („Pinctada maxima“): Die Auster ist für ihre weißen, silbernen und goldenen Perlen bekannt. Südsee-Perlen wachsen normalerweise zwei bis sechs Jahre lang. In sie lässt sich immer nur jeweils ein Nukleus implantieren, sie können aber mehrmals nacheinander besetzt und schließlich sogar in die freie Natur entlassen werden, um ihre Gene an zukünftige Generationen weiterzugeben. Südsee-Perlen gehören zu den größten Perlen; im Normalfall haben sie etwa 10 bis 16 Millimeter Durchmesser, können aber auch bis zu 20 Millimeter groß werden.

Die Tahiti-Perlen („Pinctada margaritifera“) sind nach der tropischen Insel in Französisch-Polynesien benannt. Sie sind die wohl begehrtesten aller Perlen, obwohl die Europäer erst 1845 mit ihr bekannt gemacht wurden. Tahiti-Perlen wachsen normalerweise vier bis fünf Jahre. Auch sie kann immer nur jeweils einen Nukleus aufnehmen, jedoch mehrmals nacheinander besetzt werden. Tahiti-Perlen gehören zu den größten Perlen; im Normalfall haben sie etwa 8 bis 16 Millimeter Durchmesser.

Mabe-Perlen sind halbkugelförmig und gegen die Innenseite der Molluskenschale gewachsen, sie werden in China gezüchtet.

Pflege der Perle

Perlen sollten vorsichtig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden.

rev1956 / server01